Freitag, 1. Februar 2008

KLIPS ist geil

Einschreibung. Fortschrittlich sind die hier nicht gerade. Ich will keine Beschwerden mehr über uk- online oder KLIPS hören (Mist, ich hab da sogar noch bei irgendeinem Protest unterschrieben...). Heute mussten wir uns nämlich zur Einschreibung in einer Schlange anstellen, wie unsere Eltern damals, die vorher noch eine Stunde zur Universität laufen mussten. Und es war immer Schneesturm.
Wir waren um 13.30 Uhr an der Uni, weil das die einzige Uhrzeit war, die wir am Infotag mitgekriegt und fleißig mitgeschrieben hatten. Leider handelte es sich dabei um die Büro-Öffnungszeiten unserer Erasmus-Koordinatorin und keineswegs um die Einschreibungstermine. Wir haben aber noch mal Glück gehabt, denn die Einschreibung begann um 14 Uhr. Alina konnte also noch fröhlich einen Kaffee trinken. Sie bestellte ihn stolz und freute sich, weil der hier wenigstens günstig ist. Dann bekam sie den kleinsten Plastikbecher, den ich je gesehen hab und es war vorbei mit der Freude, denn Kaffee ist hier ja Espresso. Müssen wir uns merken. Und der Kaffee ist doch teuer. (Typisch.)
Die Einschreibung lief auch nicht so ganz nach Plan. Ein Drache von einer Französin herrschte mich an, als ich ihr meine tolle Kurskombination vortrug - alles superinteressant und keine Wartezeiten zwischen den Kursen. License 1-Kurse gäbe es sowieso nicht mehr. Richtig, wie konnte ich nur so dumm sein und das erwarten? Na gut, dann vielleicht License 2? "[WEKATEODE ]TROIS OU QUATRE" fuhr mich die Madame an. Hä? Dann bemerkte ich, dass das Kursnummern waren. Ich hatte mir natürlich nur die wohlklingenden Namen der Veranstaltungen aufgeschrieben. "TROIS OU QUATRE?" Ich hatte keine Ahnung, also von mir aus Gruppe 3. "[WEKATEOSE?]" Ich wusste nicht, was das war. Sie knallte mir das Vorlesungsverzeichnis hin. [WEKATEOSE] waren Studien theoretischer Texte. Nein, das wolle ich gar nicht, sagte ich der Madame. "C'est obligatoire." Da waren logischerweise noch in allen Gruppen Plätze frei, denn die anderen Studenten hatten lieber die Kurse Filmanalyse, Zombies, Stanley Kubrick oder Drehbuch-Atelier gewählt. Ich nahm also irgendeine Gruppe und freute mich auf das Studium von Deleuze und Foucault. Dass ich bei den Jungs schon auf Deutsch genügend Probleme habe, wird mir bei meinen Etudes sicher sehr nützlich sein. Dann zählte die Frau noch die zwei restlichen Kurse auf, in denen noch Plätze waren, irgendwas über Variété und Hollywoods Studiosystem, die ich dann halt auch noch nahm und fertig. Da hatte ich von meinen zehn auserwählten Kursen einen bekommen.
Alina, ich und Stefan saßen dann auf dem Boden unserer hässlichen Uni und haben uns aufgeregt. Mal davon abgesehen, dass wir jetzt an einem Tag einen Kurs um 8 und einen um 18 Uhr hatten und auch noch keinen dieser Kurse je belegen wollten und dann auch noch eine Prüfung in diesem Kurs, den wir nicht wollten, zu der Uhrzeit, die wir nicht wollten, schreiben sollten, waren wir auch noch schlecht drauf, weil die Frau uns so angemotzt hatte. Ich darf nämlich nicht angemotzt werden, dann krieg ich nämlich kein französisches Wort heraus, hab ich bemerkt. Wir waren dabei so laut, dass plötzlich ein Mädchen auftauchte. Eine Salzburgerin, die uns wieder beruhigt hat. Wir sollten einfach zu den Professoren gehen, die würden da fast immer ein Auge zudrücken. Und da ich mein Image wohl nie ändern werde, hat Stefan dann auch gleich mich auserkoren, die Professoren mit einem unschuldigen Lächeln zu bitten, ob wir da bleiben dürfen und wenn sie Nein sagen, soll ich versuchen, mit der Unterlippe zu zittern.

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