So, das waren also meine Semesterferien (6 Tage). Der Spaß des Lebens, Studium, geht wieder weiter.
Dazu mussten wir heute schon um halb7 aufstehen. Eine schreckliche Umstellung, nachdem ich die letzten Tage erfolgreich dazu genutzt hatte, meine Schlafzeit auf 0:00 Uhr bis 12:00 Uhr umzustellen. (Diese Umstellung klappt ja immer sehr schnell und zuverlässig.) Das erste Mal Pariser Lifestyle. Eingequetscht im SNCF, denn jetzt müssen alle so schnell wie möglich aus den verhassten banlieues nach Paris. Damit niemand bemerkt, dass man aus dem banlieue kommt: 1.Hinter der Zeitung verstecken 2.Den Kopf nicht nach links oder rechts wenden, lieber die Augen schließen (auch im Stehen) und so tun, als wäre man nicht da. 3. Unter gar keinen Umständen, niemals innehalten, also auch über Leute, die hingefallen sind, schnell drübertrampeln.
"Ich muss hier unbedingt einen Film drehen!" rief ich begeistert, als wir in einer riesigen Menschenschlange die Rolltreppe in die U-Bahn fuhren. Über uns geschwungene Treppen, in alle Richtungen, auf denen Menschenmassen hin- und hereilten. Noch eine Station tiefer zur Linie 14, die ohne Fahrer fährt, also als einzige Metro nie streikt, und an den Haltestellen von einer Plexiglas-Box umgeben ist, deren Türen sich erst öffnen, wenn die Bahn anhält. "Das ist das Leben", hat Alina mir gesagt. Eine Stunde haben wir zur Uni gebraucht, ganz schön lang.
Vor allem, da ich einen Kurs habe, der um 8 Uhr anfängt. Mal sehen, wie oft ich den besuchen werde.
An der Uni waren sie aber sehr nett zu uns und haben uns erstmal mit Croissants und Kaffee versorgt, das kann sich die Uni Köln wahrscheinlich nicht leisten. Ich muss allerdings sagen, dass die Sorbonne Nouvelle 3 außer diesem vielversprechenden Namen auch nichts Schönes an sich hat. Mist, ich studiere im einzigen hässlichen Gebäude von Paris! Der test de la langue ging zwei Stunden. Dabei fiel mir auf, dass ich mich schon nach eineinhalb Stunden nicht mehr konzentrieren kann, wenn ich französische Texte bearbeiten muss. Alina und ich haben danach erstmal unsere Stundenpläne gekürzt. Ich glaub auch nicht, dass ich besonders gut war in diesem Test. Zumindest hatte der Ungar neben mir andere Sachen angekreuzt, als ich mal gespickelt hab. Und ich hatte in unserem vorherigen Gespräch das Gefühl, er kann besser Französisch als ich, zumindest hat er mich immer was gefragt und ich hab nur geantwortet und dann "... et toi?" gefragt. In Köln war ich ja damals gut, nachdem ich auf der Autofahrt von Sebi zur Uni die Kurzgrammatik im Pons auswendig gelernt habe und mir später noch einen Stift leihen musste. Diesmal hab ich mehr geraten, aber das macht nichts, da eh keiner der Kurse in meinen Stundenplan passt. So werde ich also auch keine anderen Studenten kennen lernen, aber das macht nichts, denn die, mit denen ich heute geredet habe, fand ich eh nicht so nett.
Donnerstag, 31. Januar 2008
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