Deutschland ist in zwei Dingen ein Entwicklungsland: 1. Man darf noch Plastiktüten benutzen 2. Man darf Sonntags nicht umsonst ins Museum
Dies ist in allen anderen Ländern ( USA, Mexiko, Usbekistan) ganz anders. Auch in Frankreich gibts am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Es ist schon ein bisschen absurd, dass dann wegen ein paar Euros alle ins Museum rennen, andererseits ist es aber ja auch einfach eine Erinnerung, sich mal kulturell zu bilden. Und da ich ja sowieso hauptsächlich wegen meiner kulturellen Bildung hier bin und Alina Kunstwissenschaftlerin ist, waren wir natürlich auch am Start.
Alina ist etwas größer als ich und so sah sie schon von Weitem: "Da ist ja gar nicht so viel los." "Und was ist dann mit den Leuten, die hier stehen?" "Das ist glaub nur eine Reisegruppe." Es war eine ziemlich große Reisegruppe, im Grunde war es nämlich nur die riesige Schlange, in der man sich für le Musée d'Orsay anstellen musste. Alina dachte erst, es sei ein Witz, dass ich mich anstellte, aber was sollten wir machen? Es sah vor den anderen Museen sicher nicht besser aus (Wir hatten uns in der Métro noch gefragt, wo nur alle Leute seien) und wir mussten hier rein, denn ich will zu Monet, Monet, Monet!!
Es dauerte auch viel weniger lang als wir dachten und nachdem sie noch geguckt hatten, ob wir Bomben dabei hatten, durften wir rein. Ich hab mir im Museum auch ein paar Gedanken über Kunst gemacht, naja, in meinem beschränkten Kunst-Horizont.
Also Naturalismus find ich blöd, denn Kunst, die man ausstellt soll ja schon was an der Wirklichkeit verändern, sonst kann ich ja auch gleich ein Foto machen. Im täglichen Leben find ich es aber gut, wenn jemand etwas genauso malen kann, wie es aussieht. Symbolismus ist mir eigentlich zu symbolisch, aber ich finds gut, dass die Kunst die Strömung der Literatur nachgemacht hat. Und sonst. Hm, das wars anscheinend schon mit meinen beeindruckenden Ansichten zur Kunst. Ach nee, noch was, ich finde es auch nicht gut, wenn Kunst einen anderen Sinn hat als die Kunst selbst. Deshalb finde ich l'Art Nouveau auch nicht gut, da geht es nur darum, Stühle oder Geschirr zu verzieren. Ups, was fand ich eigentlich gut? Die Impressionisten natürlich! Wie immer. Renoir und Monet spielen da aber schon in einer eigenen Liga, finde ich. Das Museum selber ist auch total schön. Es ist aus dem alten Bahnhof Gare d'Orsay entstanden.
Ursprünglich hatten wir ja mal über vier Museen nachgedacht, aber das schafft man ja nicht. Man nennt das: Meine Füße wollen keine Bilder mehr angucken. Deshalb entschieden wir uns noch für Le Centre Pompidou. Moderne Kunst. Das Gebäude kannte ich schon aus meinem Franzbuch. Echt ein Stilbruch dieser Tag. In Paris kann man halt alles haben. Zu Moderner Kunst hab ich auch noch Gedanken, falls die jemand hören will: Ich finde, es gibt keinen Grund, Kunst auszustellen, die ich nur für mich persönlich gemacht habe und in
der andere Leute keinen Sinn sehen können. Und Museen für Moderne Kunst bringen auch nicht wirklich viel, weil man ja keine Zeit hat, vor jedem Bild stehen zu bleiben und sich ewig Gedanken zu machen. Allerdings kann man halt mal so rumgucken, was die Künstler so machen. Ich kam mir sehr weltmännisch vor, da ich genau das selbe Kunstwerk, vor dem ich schon mal im Museum of Modern Art in New York ein Foto gemacht hatte, entdeckte. Am besten gefallen hat uns allerdings L'art minimale. Man soll ja nicht gleich immer so übertreiben.
Dies ist in allen anderen Ländern ( USA, Mexiko, Usbekistan) ganz anders. Auch in Frankreich gibts am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Es ist schon ein bisschen absurd, dass dann wegen ein paar Euros alle ins Museum rennen, andererseits ist es aber ja auch einfach eine Erinnerung, sich mal kulturell zu bilden. Und da ich ja sowieso hauptsächlich wegen meiner kulturellen Bildung hier bin und Alina Kunstwissenschaftlerin ist, waren wir natürlich auch am Start.
Alina ist etwas größer als ich und so sah sie schon von Weitem: "Da ist ja gar nicht so viel los." "Und was ist dann mit den Leuten, die hier stehen?" "Das ist glaub nur eine Reisegruppe." Es war eine ziemlich große Reisegruppe, im Grunde war es nämlich nur die riesige Schlange, in der man sich für le Musée d'Orsay anstellen musste. Alina dachte erst, es sei ein Witz, dass ich mich anstellte, aber was sollten wir machen? Es sah vor den anderen Museen sicher nicht besser aus (Wir hatten uns in der Métro noch gefragt, wo nur alle Leute seien) und wir mussten hier rein, denn ich will zu Monet, Monet, Monet!!
Es dauerte auch viel weniger lang als wir dachten und nachdem sie noch geguckt hatten, ob wir Bomben dabei hatten, durften wir rein. Ich hab mir im Museum auch ein paar Gedanken über Kunst gemacht, naja, in meinem beschränkten Kunst-Horizont.
Ursprünglich hatten wir ja mal über vier Museen nachgedacht, aber das schafft man ja nicht. Man nennt das: Meine Füße wollen keine Bilder mehr angucken. Deshalb entschieden wir uns noch für Le Centre Pompidou. Moderne Kunst. Das Gebäude kannte ich schon aus meinem Franzbuch. Echt ein Stilbruch dieser Tag. In Paris kann man halt alles haben. Zu Moderner Kunst hab ich auch noch Gedanken, falls die jemand hören will: Ich finde, es gibt keinen Grund, Kunst auszustellen, die ich nur für mich persönlich gemacht habe und in
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