Montag, 31. März 2008

Die dünnen Hintern der Pariser

Okay, mein Popo ist, naja, sagen wir mal, er ist nicht unscheinbar. Es gibt aber sicher auch ausgeprägtere Hinterteile! Naja, ich lief also fröhlich durch die Gegend, die Teenagerjahre sind vorbei, so langsam akzeptiert man sich ja mit allen seinen Fehlern und Unzulänglichkeiten und seinen Körper, und beschloss, eine neue Hose zu kaufen. In Paris, der Stadt der Mode. (Denn eine meiner zwei vernünftigen Hosen ist beim Nachdreh kaputt gegangen, das Verfahren gegen Footsteps läuft schon.) Ich bemerkte gar nicht, dass es um mich herum nur von perfekten Leuten wimmelte. In Paris ist niemand dick, in Paris sind alle hip. In Paris haben alle ganz dünne Hintern. Doch ich ahnte nichts und ging sorglos in den Laden. Und was passierte? Hosen sind mir ja öfters zu lang, aber hier waren sie mir alle zu eng!! Schon beim über die Schenkel ziehen musste ich in der Kabine seltsame Tänze vollziehen und dann ging der Knopf nicht zu. Nicht mal mit Luft anhalten! Wilde Szenarien stiegen vor meinen Augen auf. Wie ich mit einer Leggins bekleidet durch Paris lief und man ganz viele Schwimmringe sehen konnte. Wie ich zurückgeworfen wurde in die Teenagerjahre, im Internet Ausschnitte von Germany's next Topmodel sah und weinte, weinte, weinte wegen Mängeln und Unzulänglichkeiten. Wie ich abends vor dem Schlafengehen nicht mehr nur ein paar Sit ups, sondern ein ganzes Bauch-Beine-Po -Programm durchziehen musste. Dann dachte ich aber, nicht mein Hintern sei zu dick, sondern deren Hintern zu dünn und hab mir die Hosen einfach eine Größe größer genommen. 36 ist eh erwachsener.

Sonntag, 30. März 2008

Monsieur Tomi

Guckt mal, der süße alte Mann! Das ist jetzt eher ne Geschichte für Annika (aber nicht weinen!) und mich, denn wir mögen alte Männer so gerne.
Der hat gestern eine Exkursion mit uns gemacht. In dem Rucksack da unten hat er ganz viele Kopien. Die hat er am Anfang verteilt. Er hatte nur zur Sicherheit viel zu viele Kopien dabei, falls plötzlich eine ganze Horde Erasmus-Studenten auftauchte. Das passiert aber nie.
Auf jeden Fall hat er uns durch den Centre de Commerce von Paris, Les Halles, geführt und vor allem einige ehemalige Hotels gezeigt. Ich mochte am liebsten das von Rousseaus Muse Mme Dupin mit der schönen Treppen, ich habe nämlich beschlossen, dass ich ein Treppenfan bin. Ich wollte ja eigentlich auch immer eine Muse werden, aber jetzt fühle ich mich zu alt dafür. Man sollte eher so mit 15 oder 17 eine Muse sein. Auf jeden Fall wollte Monsieur Tomi am Ende ein Erinnerungsfoto machen. (Das macht er nach jeder Exkursion.) Er hat einen niedlichen alten Fotoapparat zum weiterskritschen. Seinen Rucksack hat er dann hinter uns versteckt, weil er ihn für das Foto ein bisschen hässlich fand. Alina war nett, weil sie ein Foto gemacht hat, auf dem Monsieur Tomi auch drauf ist, das sie ihm zuschicken will. Ich hoffe, euch ist aufgefallen, dass da ein Mädchen war, dass viel kleiner ist als ich. Und die Japanerin ist die, mit der wir befreundet sind. Monsieur Tomi hat unterwegs auch aus einem Brunnen getrunken. "On verra, si je suis mort dans quinze jours." Ich hoffe nicht. Denn wir wollen ja noch ein paar andere Exkursionen mit ihm machen.

Des amis... peut-être

Man kann sich auch noch mit 22 ändern. Toll! Ich brauche normalerweise 6 Monate, um Freunde zu finden. Das setzt auch immer voraus, dass der jeweilige Anzufreundende auch Lust hat, 6 Monate zu warten, bis wir Freunde werden. Seine Aufgabe besteht während dieser 6 Monate darin, den Small Talk aufrecht zu erhalten, denn ich bin eher der Smallest Talk Typ, und diesen Small Talk dann in tiefgründige Gespräche zu verwandeln. An den tiefgründigen Gesprächen nehme ich dann auch teil, nach 6 Monaten. Na ja, deshalb habe ich nicht viele Freunde. Erst recht nicht im Auslandssemester. Da hab ich eigentlich nur Alina als Freundin, denn das Problem an meinem Auslandssemester ist, dass es nicht 6 Monate geht, ich also von Vorneherein wusste, dass ich keine Freunde finden kann. Aber man kann sich mit 22 noch von Grund auf ändern, denn jetzt habe ich Freunde. Na ja vielleicht. Denn im Grunde sind diese Freunde Alinas Freunde und ich bin nur einmal mitgegangen zum Kaffee und tiefgründig waren unsere Gespräche auch nicht gerade. Denn worüber können sich eine Italienerin, eine Japanerin, eine Russin und eine Deutsche schon unterhalten mit ihrem gebrochenen Französisch? Z.B. darüber, dass "Ich liebe dich" von der Aussprache her ja eher wie "I wanna kill you" klänge und dass die Japaner riesige Fans von Baumkuchen und dem deutschen Baumkuchen-Erfinder sind. Und dass die französischen Studenten doof sind.
Ich überlege, ob ich noch ein Auslandssemester in Italien machen soll.

Donnerstag, 27. März 2008

Da studiere ich jetzt

Die Sorbonne, da studiere ich eigentlich. Und die Sorbonne kennt man ja aus Filmen. Daher wusste ich schon, dass die Uni wunderschön ist. Und dass man bestimmt nicht immer in seine Seminare kann, weil meistens in den Hörsälen Filme gedreht werden. Die Filmaufnahmen aus der Sorbonne benutzt man dann für sämtliche Unibilder innerhalb Europas, wenn man zum Beispiel eine Uni in einem Kölner Film braucht. (Damit ich nicht das schöne Bild dieses schönen Hörsaals versaue, ordne ich auf dem Foto gerade meine Haare.)
Ihr müsst euch übrigens nicht wundern über den jungen Mann am Flügel. Das ist ein romantischer Franzose, der mir unbedingt ein Privatkonzert geben wollte. Na gut, wenns sein muss.


Hier versuche ich nicht nur, schlau auszusehen, ich bin auch schlau. Denn natürlich dürfen nur schlaue Studenten an die Sorbonne. Und die Weisheit der alten Gemäuer hat natürlich auch schon abgefärbt. Albertus Magnus hat übrigens auch hier studiert.
Vielleicht ist mir aber auch nur gerade eingefallen, dass ich ja gar nicht an der Sorbonne
IV, sondern an der Sorbonne III studiere. Bilder dazu gibts mal wann anders, ich will den Blogeintrag nicht versauen.
Nur soviel, die Sorbonne III würde lieber ein Bild von der Uni Köln zeigen, falls da mal ein Filmdreh wäre.

Dienstag, 25. März 2008

Joyeuses Pâques

Nach meinem Rückflug nach Paris wollte ich natürlich erst mal ausschlafen. Logisch. Aber das ist hier ja nicht möglich. Hier darf man nicht ausschlafen, hier wird man einfach nicht in Ruhe gelassen, hier wird morgens um 9 an die Zimmertür geklopft und zwar so lange, bis man verschlafen aus dem Bett steigt und die Tür einen Spalt weit öffnet, damit einen nicht wieder jeder in dem kurzen Schlafanzug sieht, den man trägt, was sinnlos wirkt in Anbetracht dessen, dass doch sowieso schon immer alle die Unterwäsche beim Trocknen im Flur begutachten können. Und dann... "Joyeuses Pâques!" bekommt man von der Vermieterin eine Tüte voller Ostersüßigkeiten in die Hand gedrückt. Ausgerechnet von jemandem, den man nicht besonders gut leiden kann, was zu Ostern zu bekommen, ist bitter, ich hab ja nicht mal was von meinem Freund bekommen, schlimm genug für ein Geschenkemädchen. Und jetzt schenken die mir Ostersüßigkeiten von Jeff Bruges. Dagegen ist Lindt nichts. Alina war nämlich zufällig mit Odile in der Chocolaterie. Und da hat sie für 150 € Schokolade eingekauft. Schokolade für 150€. Und heute hat die kleine Eloise zwei Mal an einem liebevoll geformten Schokoladenfischlutscher geknabbert, bevor sie ihn ihrer Mutter reichte, die ihn in den Mülleimer werfen wollte. Alina und ich stöhnten laut auf. Da hat sie es noch gemerkt und ihn in eine Folie eingewickelt. Dieses Luxusvolk!
Und ich sitze jetzt hier mit meiner Tüte deLuxe-Schokoladeneier und weiß nicht, wie ich sie am besten auf der Zunge zergehen lassen soll, um diesen Kosten gerecht zu werden. Es geht nicht. Es ist reine Verschwendung. Da ich die ganze Tüte aufessen werde, muss ich jetzt immer nett zu meinen Vermietern sein.

Dienstag, 4. März 2008

Dozenten, die nicht nur über Filme reden

Meine Dozentin ist cool. Das Atélier Scénario-Seminar muss ausfallen, weil sie auf einem Dreh in Israel ist. Dafür hat sie aber für die Sitzungen zwei andere Drehbuchautoren engagiert. Eine davon ist sogar eine Studentin von ihr, die sie mal mit zu einem Festivalwettbewerb genommen hat, wo sie entdeckt wurde und jetzt ist sie auch Drehbuchautorin. Ich frag sie mal, wie das geht.