Donnerstag, 28. Februar 2008

Politische Ansichten aus der Mädchen- (und Jungs-) Toilette

Ich will auch mal was Politisches oder Gesellschaftskritisches schreiben. Leider streiken hier wohl die Druckereien, die die Zeitungen, die man morgens in der Métro umsonst in die Hand gedrückt bekommt, herstellen, seit dieser Woche. Keine Zeitungen mehr.
Daher kann ich nur die politische Stimmung, die ich den Kritzeleien der Unitoiletten entnommen habe, wiedergeben. Die Studenten finden Sarkozy scheiße. Sie schreiben Sachen wie "Sarkozy, wenn dir irgendwas an Frankreich liegt, dann verlasse es" oder "Ich hasse Ségolène, aber die ist immer noch besser als Sarko" oder "Adolphe Sarkozy". Ich mag ihn ja irgendwie (stellt euch mal vor, Angela Merkel würde sich Marcus Schenkenberg schnappen!), deshalb macht mich das traurig. Ich würde gerne sowas wie "Mach dir nichts draus, Nicky" an die Tür schreiben. Aber ich halte mich immer nur so kurz wie möglich auf den Toiletten auf. Die sind nämlich nicht nach Mädchen und Jungs getrennt und in die Wände wurden überall Löcher gebohrt, die jetzt nur mit ein bisschen Klopapier verstopft sind.
Naja, soviel zum Thema Politik.

Dienstag, 26. Februar 2008

Experimentaltag

In "Courts métrages" haben wir gestern den Unterschied zwischen Avantgarde und Experimentalfilm gelernt. Manchmal bin ich ja schon traurig, dass ich bei den Nuancen in der französischen Sprache noch ein paar Defizite habe, also ich hoffe, dass ich es verstanden habe. Dazu haben wir Experimentalfilme gesehen, darunter einen Film über Maschinen und eine komische Frau und einen Kinderfilm, in dem eine gebratene Ente wieder aus dem Backofen geflogen ist. Also ein Film, den ich zu allerletzt meinen Kindern zeigen würde. (Tote-Vogel-Phobie)
Und was macht man in Paris, wenn man Mittagspause hat? Man guckt auf dem Métroplan, ob irgendeine Haltestelle was mit Château heißt und fährt einfach da hin. Teil 1 der Serie "Wir verbringen unsere Mittagspausen mit Schlossbesuchen" führte uns zum Château de Vincennes. "Ja, geht eigentlich", hat Alina gesagt, als wir uns überlegt haben, wie wir das Schloss finden. So verwöhnt sind wir hier schon... So verwöhnt sind die Pariser, denn dieses Schloss kommt wahrscheinlich in keinem Stadtführer vor. Ist doch nur irgendso ein Schloss, wir haben genügend bessere.
Unsere Abendbeschäftigung war schließlich ein Theaterbesuch. Unsere Uni ist nämlich doch berühmt. Sie ist Mitinitiatorin des Victor Hugo et Egaux-Festivals, das irgendwie auf der ganzen Welt stattfindet. Als wir vor dem Theater standen, bemerkten wir, dass ich mir anscheinend die Adresse des Theaterbüros aufgeschrieben hatte. Dieses war in einem normalen Mietshaus untergebracht. Ups. Wir wollten gerade gehen, als wir hinter uns große Theaterplakate entdeckten. Das Theater war in einem Schiff auf einem Kanal untergebracht! Das war natürlich cool. Wir finden, dass wir das Stück (Unveröffentlichte Werke von Hugo) gut verstanden haben. Und wir machen jetzt öfter Experimental- oder Avantgarde-Tage.

Montag, 25. Februar 2008

Savoir vivre... na endlich!

Bei aller "Jetzt bin ich ja schon mal hier, da muss ich auch begeistert sein"- Begeisterung hab ich mich ja schon manchmal gefragt, warum ich das hier mache. 59€- Käse, stinkige Métro und Stress mit den Vermietern, wenn man nach halb11 aufs Klo muss. Nur um zu sagen, Paris, da hab ich auch mal gewohnt? Dann kam das Wochenende und gab seine Antwort mit voller Inbrunst.
Eine Freundin von Alina und deren Freund waren in Paris und als Alina und ich ihnen dann die Stadt gezeigt haben, haben wir uns wie richtige Pariser gefühlt. Wir nehmen jetzt auch schon keine Stadtpläne mehr mit und verlaufen uns deshalb andauernd.
Auch im sogenannten In-Viertel an der Rue Oberkampf kennen wir uns noch nicht so super aus. Nachdem wir eine halbe Stunde auf der Suche nach den Bars umhergeirrt sind, erinnern wir uns an das angekündigte Treffen in unserer Paris, on y va- Studivz-Gruppe, die sich ja auch an der Métrostation treffen wollten. Wir sind uns jetzt nicht so ganz sicher, was schlimmer ist, eine Partneranzeige aufgeben oder die On y va-Gruppe. Ist wohl bei beidem Freak-Alarm angesagt. Als die Leute eintrudeln, fragen wir jeden, ob er sich denn im In-Viertel auskenne. Immer die gleiche Antwort: Äh... nee. Praktischerweise auch vom Initiator des Treffens, der uns erstmal fragt, wo die Rue Oberkampf eigentlich sei. Weiß nicht, ob das ein Mathematiker-Witz ist. Der ist nämlich Mathematik-Doktorant. Wir sind also so schlau wie vorher, nur dass uns jetzt noch ein Rattenschwanz gar nicht mal so normaler Zeitgenossen hinterher läuft. Letztendlich landen wir aber doch noch in einer Bar. Die wird witzigerweise auch noch von einem Deutschen unterhalten. Als sich rausstellt, dass es eine Metalkneipe ist, dürfen wir uns sogar andere Musi wünschen. Wir sind nämlich die einzigen Gästen und sitzen an zusammen geschobenen Tischen wie beim Schulausflug. Alles ganz ganz lustig! Und sogar noch Happy Hour.
Wir sind dann noch mit den anderen zum Hotel gefahren, weil die Gummibärchen hatten. Und Sekt, aber den haben wir nur kalt gestellt.

Der nächste Tag hat sich dann von seiner Schokoladenseite gezeigt. 25 Grad und wir haben uns zum Picknick verabredet. In meinem Lieblingsquartier Montmartre. Vor dem Sacre Coeur hat dann ein Gitarrist währenddessen ein Konzert meiner Lieblingsmusik gegeben. Und wir waren einfach nur zufrieden. Den Abend haben wir dann im Quartier Latin verbracht, wo wir das Wochenende am liebsten mit einem Fondue beendet hätten. Das gabs nämlich für 15 €. Zum Glück haben wir uns erkundigt, für wie viele Personen das gedacht sei: Für eine.

Weitere Pluspunkte, die Paris dieses Wochenende gesammelt hat:
1.) Der Milchshake im Pariser Mc Donalds kostet nur 95 Cent! Ich hab auch den intelligenten Satz gesagt: "Wenn ich in Paris wohnen würde, würde ich mir jeden Tag Milchshake kaufen."
2.) Die Nachtbuslinie fährt direkt zu unserer Bushaltestelle.
3.) Hach, Montmartre. Ich glaube, ich setz mich da hin und bleib für immer dort sitzen. Wenn ich mal Zeit habe.

Paris ist cool!

Freitag, 22. Februar 2008

Poesie des Friedhofs

Wie gesagt, in Paris ist alles schön außer meiner Uni, vor allem Friedhöfe. Friedhöfe so voller Poesie und Anmut, dass man am liebsten auf der Stelle sterben würde, nur um dann beerdigt zu werden auf einem der Pariser Friedhöfe. Und das einzige Problem, das man hätte, wäre, dass man sich gar nicht entscheiden könnte, neben wem man dann lieber beerdigt wäre, neben Francois Truffaut oder Samuel Beckett oder doch eher ein bisschen Kiffen im Jenseits mit Charles Baudelaire, ob man lieber im Künstlerviertel Montmartre oder bei den Intellektuellen auf dem Cimetière Montparnasse seine letzte Ruhestätte finden wollte. Und dann, dann, wenn man endlich entschieden hat, was man will, noch in der Sekunde, in der einen der plötzliche Hirnschlag überfällt und auf dem Kiesweg vor dem ordentlich eingesäumten Grabe Marguerite Duras' hinwegrafft, dass man nämlich einfach ohne gefragt zu werden zu Jean-Paul-Sartre ins Grab dazu geschmissen werden will, so wie Simone de Beauvoir damals, dann hat man es doch geschafft, den einzigen anderen hässlichen Ort in Paris außer meiner Uni zu finden:



Dann wird man nämlich den Rest seines Todes unter einer zerfledderten Emma-Zeitschrift und einer Ansammlung von Pluto, der Hund-Tassen verbringen.

Mittwoch, 20. Februar 2008

TheFiFe macht unglücklich

Gestern ließen wir Frau Blümlinger unser Learning-Agreement unterschreiben. Das ist das Versprechen dafür, dass wir während unseres Aufenthalts nicht nur Party machen, sondern auch was lernen. (Für uns nicht so schwierig, denn bis auf eine Einladung in eine Techno-Disco haben sich die rauschenden Feste bisher noch bedeckt gehalten.)
"So so Köln", sagte Frau Blümlinger und bedachte uns mit einem mitleidigen Blick. Als sie dann unsere Kursbögen durchsah, verfinsterte sich ihre Miene und sie eklärte, dass es eigentlich nicht in Ordnung sei, dass wir in Paris alle Einführungsveranstaltungen nachholten, deren Angebot in Köln versäumt würde - Seminare zu Filmanalyse, Ästhetik und Filmkritiken schreiben. Da wir bei den Professoren fleißig Unterschriften gesammelt hatten, dass wir trotz allem teilnehmen dürften, drückte Frau Blümlinger nochmal ein Auge zu. Wir sagten ihr dann noch, dass wir als Studenten da doch auch nichts dafür könnten. Frau Blümlinger lachte. "Was glauben Sie denn, was unsere Studenten für einen Schreck kriegen, wenn sie nach Köln kommen? Ich habe auch schon in Deutschland unterrichtet und weiß, wie schlimm es da ist."
Na toll, nicht nur dass die Veranstaltung: "Wir gehen ins Theater und überlegen danach, ob wir lieber ins Kino hätten gehen sollen" im letzten Jahr als eine der sinnlosesten universitären Veranstaltungen für deutschlandweite Furore sorgte, auch im europäischen Umland ist unser Studiengang längst verpönt.
Ich habe nun auch eine neue Theorie zum Thema TheFiFe. TheFiFe ist nur dazu da, um Menschen unglücklich zu machen. Die Leute, die es wegen zu hohem NC nicht bekommen, sind todunglücklich, denken sie verpassen das Beste vom Leben und bringen sich um und die, die TheFiFe bekommen haben, sind nicht nur selbst unzufrieden, sondern werden auch in wissenschaftlichen Kreisen belächelt.
Naja, wir haben ja jetzt noch mal Glück gehabt, denn wir können unsere Versäumnisse nachholen.

Mittwoch, 6. Februar 2008

3 Erfahrungen aus der Uni und die Fragen, die sie aufwerfen

1. Meine Professorin in "Esthétique de l'image" hat gestern mindestens zehn Mal "le penis" gesagt. Hihihihi! Und versaute Witze, die ich nicht verstanden hab, hat sie gemacht.
Warum sind diese älteren Dozentinnen an Universitäten immer so sexuell befreit?

2. Nachdem ich in drei Kursen bereits als Aufgabe bekommen hatte, ein Dossier zu schreiben, ging ich davon aus, dass es sich dabei wohl um ein etwa fünfseitiges Protokoll handeln müsse. Inzwischen habe ich leider rausgefunden, dass ein Dossier eine 15 seitige Hausarbeit ist.
Warum schimpfen die Franzosen nicht darüber, dass sie bis zu den Osterferien fünf Hausarbeiten schreiben müssen und wir schon, wenn wir nicht die ganzen Semesterferien Zeit für eine bekommen?

3. Der Sprachtest lief wirklich nicht gut. Ich weiß zumindest nicht so richtig, worum es ging. Jetzt bin ich jedoch in keinen Sprachkurs gekommen, weil mein Sprachniveau dafür zu gut ist. Das einzig Gute, was ich angekreuzt habe, war eine Form im Subjonctif und dass Bild und Schrift complementaires seien, wobei ich nicht mal weiß, ob das stimmt.
Kann es sein, dass ich alle Fragen, die ich geraten habe, richtig angekreuzt habe?

Montag, 4. Februar 2008

Der Unterschied zwischen Wong Kar Wai und Spiderman

Ich hatte heute meinen ersten Unitag. Eigentlich cool, außer dass ich montags theoretisch um halb 6 aufstehen muss. Das lässt sich jedoch vermeiden, wenn ich mein Pausenbrot schon abends schmiere, dusche, meine Haare frisiere und mich angezogen und mit geputzten Zähnen ins Bett lege. Oder aber ich gehe halt ohne Frisur in die Uni, was ja ohnehin vorkommt.
Stolz saß ich in meinem ersten Seminar. Die erste Frage hab ich auch direkt verstanden. Ob wir bereit wären, an einem Samstag eine Sitzung, die am Montag ausfiele, nachzuholen.
Das weitere (das erste) Gespräch zwischen meinem professeur und mir verlief dann folgendermaßen: "Et vous?" "Oui." "Vous êtes étrangère?" Hallo? Ich hab doch nur oui gesagt. Was kann ich denn daran falsch ausgesprochen haben?? Irgendwie ist es schon ein komisches Gefühl. Naja, darüber schreibe ich mal eine Abhandlung, wenn nichts Spannendes mehr passiert.
Der Rest des Seminars war jedenfalls toll. M. Monvoisin hat uns zwei Filmbeispiele aus unterschiedlichen Schaffensphasen von Wong Kar Wai vorgespielt. Dann haben wir Stimmung, Kamera, Musik und Schnitt verglichen. Für jeden Schritt hat er uns den Ausschnitt noch mal gezeigt. Ich glaube, in Köln habe ich noch nie einen Filmausschnitt mehr als ein Mal gesehen. Jetzt sage ich schon mal, dass das Auslandssemester sich gelohnt hat, haha.
Dann haben wir den Unterschied zwischen Spiderman und Wonk Kar Wai besprochen. Außerdem war es niedlich, was der professeur uns für Kopien mitgebracht hat. Alle Schauspieler, die in Wong Kar Wais Filmen mitgespielt haben. Immer ein Bild und der Name des Schauspielers. Und auch die Namen der Crew. Bei denen waren allerdings keine Bilder dabei. Logisch, bei denen kommt es ja nicht aufs Aussehen an. Außerdem hätte er uns dann bestimmt 15 Seiten kopieren müssen. Aber das sehen die hier anscheinend nicht so eng. Nächstes Mal bringt M. Meinnachbar uns Deleuze-Kopien mit.
(Kleine Zugabe: Whistlers Mom)

Ist ja gar nicht so viel los

Deutschland ist in zwei Dingen ein Entwicklungsland: 1. Man darf noch Plastiktüten benutzen 2. Man darf Sonntags nicht umsonst ins Museum
Dies ist in allen anderen Ländern ( USA, Mexiko, Usbekistan) ganz anders. Auch in Frankreich gibts am ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Es ist schon ein bisschen absurd, dass dann wegen ein paar Euros alle ins Museum rennen, andererseits ist es aber ja auch einfach eine Erinnerung, sich mal kulturell zu bilden. Und da ich ja sowieso hauptsächlich wegen meiner kulturellen Bildung hier bin und Alina Kunstwissenschaftlerin ist, waren wir natürlich auch am Start.
Alina ist etwas größer als ich und so sah sie schon von Weitem: "Da ist ja gar nicht so viel los." "Und was ist dann mit den Leuten, die hier stehen?" "Das ist glaub nur eine Reisegruppe." Es war eine ziemlich große Reisegruppe, im Grunde war es nämlich nur die riesige Schlange, in der man sich für le Musée d'Orsay anstellen musste. Alina dachte erst, es sei ein Witz, dass ich mich anstellte, aber was sollten wir machen? Es sah vor den anderen Museen sicher nicht besser aus (Wir hatten uns in der Métro noch gefragt, wo nur alle Leute seien) und wir mussten hier rein, denn ich will zu Monet, Monet, Monet!!
Es dauerte auch viel weniger lang als wir dachten und nachdem sie noch geguckt hatten, ob wir Bomben dabei hatten, durften wir rein. Ich hab mir im Museum auch ein paar Gedanken über Kunst gemacht, naja, in meinem beschränkten Kunst-Horizont. Also Naturalismus find ich blöd, denn Kunst, die man ausstellt soll ja schon was an der Wirklichkeit verändern, sonst kann ich ja auch gleich ein Foto machen. Im täglichen Leben find ich es aber gut, wenn jemand etwas genauso malen kann, wie es aussieht. Symbolismus ist mir eigentlich zu symbolisch, aber ich finds gut, dass die Kunst die Strömung der Literatur nachgemacht hat. Und sonst. Hm, das wars anscheinend schon mit meinen beeindruckenden Ansichten zur Kunst. Ach nee, noch was, ich finde es auch nicht gut, wenn Kunst einen anderen Sinn hat als die Kunst selbst. Deshalb finde ich l'Art Nouveau auch nicht gut, da geht es nur darum, Stühle oder Geschirr zu verzieren. Ups, was fand ich eigentlich gut? Die Impressionisten natürlich! Wie immer. Renoir und Monet spielen da aber schon in einer eigenen Liga, finde ich. Das Museum selber ist auch total schön. Es ist aus dem alten Bahnhof Gare d'Orsay entstanden.
Ursprünglich hatten wir ja mal über vier Museen nachgedacht, aber das schafft man ja nicht. Man nennt das: Meine Füße wollen keine Bilder mehr angucken. Deshalb entschieden wir uns noch für Le Centre Pompidou. Moderne Kunst. Das Gebäude kannte ich schon aus meinem Franzbuch. Echt ein Stilbruch dieser Tag. In Paris kann man halt alles haben. Zu Moderner Kunst hab ich auch noch Gedanken, falls die jemand hören will: Ich finde, es gibt keinen Grund, Kunst auszustellen, die ich nur für mich persönlich gemacht habe und in der andere Leute keinen Sinn sehen können. Und Museen für Moderne Kunst bringen auch nicht wirklich viel, weil man ja keine Zeit hat, vor jedem Bild stehen zu bleiben und sich ewig Gedanken zu machen. Allerdings kann man halt mal so rumgucken, was die Künstler so machen. Ich kam mir sehr weltmännisch vor, da ich genau das selbe Kunstwerk, vor dem ich schon mal im Museum of Modern Art in New York ein Foto gemacht hatte, entdeckte. Am besten gefallen hat uns allerdings L'art minimale. Man soll ja nicht gleich immer so übertreiben.


Sonntag, 3. Februar 2008

Notre Dame, Tour Eiffel und ein falsch rum gehaltener Fotoapparat (was inzwischen ausgetauscht wurde)

Ich finds gut, dass ich la Tour Eiffel beim ersten Mal direkt nachts gesehen habe. Tagsüber ist er nämlich einfach nur grau. Nachts Gold und ein Mal pro Stunde glitzert er!

Notre Dame ist jetzt auch einer meiner Lieblingsorte.

Freitag, 1. Februar 2008

KLIPS ist geil

Einschreibung. Fortschrittlich sind die hier nicht gerade. Ich will keine Beschwerden mehr über uk- online oder KLIPS hören (Mist, ich hab da sogar noch bei irgendeinem Protest unterschrieben...). Heute mussten wir uns nämlich zur Einschreibung in einer Schlange anstellen, wie unsere Eltern damals, die vorher noch eine Stunde zur Universität laufen mussten. Und es war immer Schneesturm.
Wir waren um 13.30 Uhr an der Uni, weil das die einzige Uhrzeit war, die wir am Infotag mitgekriegt und fleißig mitgeschrieben hatten. Leider handelte es sich dabei um die Büro-Öffnungszeiten unserer Erasmus-Koordinatorin und keineswegs um die Einschreibungstermine. Wir haben aber noch mal Glück gehabt, denn die Einschreibung begann um 14 Uhr. Alina konnte also noch fröhlich einen Kaffee trinken. Sie bestellte ihn stolz und freute sich, weil der hier wenigstens günstig ist. Dann bekam sie den kleinsten Plastikbecher, den ich je gesehen hab und es war vorbei mit der Freude, denn Kaffee ist hier ja Espresso. Müssen wir uns merken. Und der Kaffee ist doch teuer. (Typisch.)
Die Einschreibung lief auch nicht so ganz nach Plan. Ein Drache von einer Französin herrschte mich an, als ich ihr meine tolle Kurskombination vortrug - alles superinteressant und keine Wartezeiten zwischen den Kursen. License 1-Kurse gäbe es sowieso nicht mehr. Richtig, wie konnte ich nur so dumm sein und das erwarten? Na gut, dann vielleicht License 2? "[WEKATEODE ]TROIS OU QUATRE" fuhr mich die Madame an. Hä? Dann bemerkte ich, dass das Kursnummern waren. Ich hatte mir natürlich nur die wohlklingenden Namen der Veranstaltungen aufgeschrieben. "TROIS OU QUATRE?" Ich hatte keine Ahnung, also von mir aus Gruppe 3. "[WEKATEOSE?]" Ich wusste nicht, was das war. Sie knallte mir das Vorlesungsverzeichnis hin. [WEKATEOSE] waren Studien theoretischer Texte. Nein, das wolle ich gar nicht, sagte ich der Madame. "C'est obligatoire." Da waren logischerweise noch in allen Gruppen Plätze frei, denn die anderen Studenten hatten lieber die Kurse Filmanalyse, Zombies, Stanley Kubrick oder Drehbuch-Atelier gewählt. Ich nahm also irgendeine Gruppe und freute mich auf das Studium von Deleuze und Foucault. Dass ich bei den Jungs schon auf Deutsch genügend Probleme habe, wird mir bei meinen Etudes sicher sehr nützlich sein. Dann zählte die Frau noch die zwei restlichen Kurse auf, in denen noch Plätze waren, irgendwas über Variété und Hollywoods Studiosystem, die ich dann halt auch noch nahm und fertig. Da hatte ich von meinen zehn auserwählten Kursen einen bekommen.
Alina, ich und Stefan saßen dann auf dem Boden unserer hässlichen Uni und haben uns aufgeregt. Mal davon abgesehen, dass wir jetzt an einem Tag einen Kurs um 8 und einen um 18 Uhr hatten und auch noch keinen dieser Kurse je belegen wollten und dann auch noch eine Prüfung in diesem Kurs, den wir nicht wollten, zu der Uhrzeit, die wir nicht wollten, schreiben sollten, waren wir auch noch schlecht drauf, weil die Frau uns so angemotzt hatte. Ich darf nämlich nicht angemotzt werden, dann krieg ich nämlich kein französisches Wort heraus, hab ich bemerkt. Wir waren dabei so laut, dass plötzlich ein Mädchen auftauchte. Eine Salzburgerin, die uns wieder beruhigt hat. Wir sollten einfach zu den Professoren gehen, die würden da fast immer ein Auge zudrücken. Und da ich mein Image wohl nie ändern werde, hat Stefan dann auch gleich mich auserkoren, die Professoren mit einem unschuldigen Lächeln zu bitten, ob wir da bleiben dürfen und wenn sie Nein sagen, soll ich versuchen, mit der Unterlippe zu zittern.