So, das waren also meine Semesterferien (6 Tage). Der Spaß des Lebens, Studium, geht wieder weiter.
Dazu mussten wir heute schon um halb7 aufstehen. Eine schreckliche Umstellung, nachdem ich die letzten Tage erfolgreich dazu genutzt hatte, meine Schlafzeit auf 0:00 Uhr bis 12:00 Uhr umzustellen. (Diese Umstellung klappt ja immer sehr schnell und zuverlässig.) Das erste Mal Pariser Lifestyle. Eingequetscht im SNCF, denn jetzt müssen alle so schnell wie möglich aus den verhassten banlieues nach Paris. Damit niemand bemerkt, dass man aus dem banlieue kommt: 1.Hinter der Zeitung verstecken 2.Den Kopf nicht nach links oder rechts wenden, lieber die Augen schließen (auch im Stehen) und so tun, als wäre man nicht da. 3. Unter gar keinen Umständen, niemals innehalten, also auch über Leute, die hingefallen sind, schnell drübertrampeln.
"Ich muss hier unbedingt einen Film drehen!" rief ich begeistert, als wir in einer riesigen Menschenschlange die Rolltreppe in die U-Bahn fuhren. Über uns geschwungene Treppen, in alle Richtungen, auf denen Menschenmassen hin- und hereilten. Noch eine Station tiefer zur Linie 14, die ohne Fahrer fährt, also als einzige Metro nie streikt, und an den Haltestellen von einer Plexiglas-Box umgeben ist, deren Türen sich erst öffnen, wenn die Bahn anhält. "Das ist das Leben", hat Alina mir gesagt. Eine Stunde haben wir zur Uni gebraucht, ganz schön lang.
Vor allem, da ich einen Kurs habe, der um 8 Uhr anfängt. Mal sehen, wie oft ich den besuchen werde.
An der Uni waren sie aber sehr nett zu uns und haben uns erstmal mit Croissants und Kaffee versorgt, das kann sich die Uni Köln wahrscheinlich nicht leisten. Ich muss allerdings sagen, dass die Sorbonne Nouvelle 3 außer diesem vielversprechenden Namen auch nichts Schönes an sich hat. Mist, ich studiere im einzigen hässlichen Gebäude von Paris! Der test de la langue ging zwei Stunden. Dabei fiel mir auf, dass ich mich schon nach eineinhalb Stunden nicht mehr konzentrieren kann, wenn ich französische Texte bearbeiten muss. Alina und ich haben danach erstmal unsere Stundenpläne gekürzt. Ich glaub auch nicht, dass ich besonders gut war in diesem Test. Zumindest hatte der Ungar neben mir andere Sachen angekreuzt, als ich mal gespickelt hab. Und ich hatte in unserem vorherigen Gespräch das Gefühl, er kann besser Französisch als ich, zumindest hat er mich immer was gefragt und ich hab nur geantwortet und dann "... et toi?" gefragt. In Köln war ich ja damals gut, nachdem ich auf der Autofahrt von Sebi zur Uni die Kurzgrammatik im Pons auswendig gelernt habe und mir später noch einen Stift leihen musste. Diesmal hab ich mehr geraten, aber das macht nichts, da eh keiner der Kurse in meinen Stundenplan passt. So werde ich also auch keine anderen Studenten kennen lernen, aber das macht nichts, denn die, mit denen ich heute geredet habe, fand ich eh nicht so nett.
Donnerstag, 31. Januar 2008
Dienstag, 29. Januar 2008
Ich bin kraaahaaaank... schnief
Montag, 28. Januar 2008
Truffauts Grab, Käse und blaue Türen
Ich hab heute Nacht geträumt, dass ich ein Baby hätte. Ich hab mich so gefreut. Bestimmt weil gestern Odiles Enkelkind die ganze Zeit zu mir wollte oder weil ich Angst vor sozialer Isolation habe.
Mein Weg aus der sozialen Isolation führte mich heute nach Montmartre. Für alle, die es interessiert: St.Lazare ist wirklich ein Labyrinth. Von da fuhr ich zur Haltestelle Abbesses, wo ich Thomas traf. Echt nett da - ein kleiner Fischmarkt mit Karussell. Nach einem Kaffee haben wir uns Montmartre angesehen. Montmartre ist bezaubernd wie der Feenstaub einer kleinen Elfe. Man wünscht sich, hinter einer der großen blauen Türen zu wohnen, nur um jeden Tag durch eine der niedlichen Gassen zu gehen, durch die früher Renoir und Van Gogh gingen oder auch nicht. Und da hat Thomas mir gezeigt, dass eine der Türen die von Amélie Poulain ist. Und direkt daneben war der Gemüsestand. Wirklich bezaubernd.
Der ehemalige Gemüsehändler hat den Laden jedoch inzwischen verkauft und eine CD aufgenommen. Wir haben auch das Café gesehen, in dem Amélie arbeitet und die Anhöhe vor dem Sacré-Coeur, auf die sie Nino lockt. Leider hatte ich heute sechs Batterien dabei, aber die waren alle leer. Daher keine Fotos, aber ich komme da sicher noch öfters hin.
Der Friedhof von Montmartre ist echt toll. Thomas kennt die wichtigen Gräber schon auswendig. Er hatte zu viel Besuch. Wir haben die Gräber von Berlioz, Truffaut, Dumas und Heine gesehen. Ich will später auch mal so berühmt sein, dass mein Grab auf einem Friedhofsplan ausgeschildert ist.
Den Hügel hinunter gelangt man dann ins dubiose Viertel. Dazu muss man an ein paar Afrikanern vorbei kommen, ohne dass sie einem einen Faden an den Finger binden. Dann hat man nämlich verloren und muss bezahlen. Das Sexodrome-Viertel ist echt nicht besonders schön. Hier habe ich auch den Club, der für Erasmus-Studenten umsonst ist, Locomotif, entdeckt. Super! Direkt neben dem Moulin Rouge übrigens, das ich mir eigentlich viel schöner vorgestellt hätte. Dann hatten wir Hunger. Wir haben Baguette gekauft und Thomas hatte coolerweise fünf Käsesorten zu Hause. Jetzt will ich morgen auch gleich einkaufen gehen. Und ich hab auch mal ein Chambre de bonne gesehen. Lustig- alles in einem Raum. Dafür Ausblick auf den Eiffelturm. Das war alles schon ziemlich savoir vivre!
Das Wetter ist sehr schön, auch wenn Odile mir jeden Morgen, wenn ich frühstücke, erzählt: "Aujourd'hui il fait froid. Brrr!" (Aber vielleicht weiß sie auch nicht, worüber sie reden soll und redet deshalb über das Wetter.) Ich hatte heute sogar einen Sonnenbrand.
Mein Weg aus der sozialen Isolation führte mich heute nach Montmartre. Für alle, die es interessiert: St.Lazare ist wirklich ein Labyrinth. Von da fuhr ich zur Haltestelle Abbesses, wo ich Thomas traf. Echt nett da - ein kleiner Fischmarkt mit Karussell. Nach einem Kaffee haben wir uns Montmartre angesehen. Montmartre ist bezaubernd wie der Feenstaub einer kleinen Elfe. Man wünscht sich, hinter einer der großen blauen Türen zu wohnen, nur um jeden Tag durch eine der niedlichen Gassen zu gehen, durch die früher Renoir und Van Gogh gingen oder auch nicht. Und da hat Thomas mir gezeigt, dass eine der Türen die von Amélie Poulain ist. Und direkt daneben war der Gemüsestand. Wirklich bezaubernd.
Der ehemalige Gemüsehändler hat den Laden jedoch inzwischen verkauft und eine CD aufgenommen. Wir haben auch das Café gesehen, in dem Amélie arbeitet und die Anhöhe vor dem Sacré-Coeur, auf die sie Nino lockt. Leider hatte ich heute sechs Batterien dabei, aber die waren alle leer. Daher keine Fotos, aber ich komme da sicher noch öfters hin.Der Friedhof von Montmartre ist echt toll. Thomas kennt die wichtigen Gräber schon auswendig. Er hatte zu viel Besuch. Wir haben die Gräber von Berlioz, Truffaut, Dumas und Heine gesehen. Ich will später auch mal so berühmt sein, dass mein Grab auf einem Friedhofsplan ausgeschildert ist.
Den Hügel hinunter gelangt man dann ins dubiose Viertel. Dazu muss man an ein paar Afrikanern vorbei kommen, ohne dass sie einem einen Faden an den Finger binden. Dann hat man nämlich verloren und muss bezahlen. Das Sexodrome-Viertel ist echt nicht besonders schön. Hier habe ich auch den Club, der für Erasmus-Studenten umsonst ist, Locomotif, entdeckt. Super! Direkt neben dem Moulin Rouge übrigens, das ich mir eigentlich viel schöner vorgestellt hätte. Dann hatten wir Hunger. Wir haben Baguette gekauft und Thomas hatte coolerweise fünf Käsesorten zu Hause. Jetzt will ich morgen auch gleich einkaufen gehen. Und ich hab auch mal ein Chambre de bonne gesehen. Lustig- alles in einem Raum. Dafür Ausblick auf den Eiffelturm. Das war alles schon ziemlich savoir vivre!
Das Wetter ist sehr schön, auch wenn Odile mir jeden Morgen, wenn ich frühstücke, erzählt: "Aujourd'hui il fait froid. Brrr!" (Aber vielleicht weiß sie auch nicht, worüber sie reden soll und redet deshalb über das Wetter.) Ich hatte heute sogar einen Sonnenbrand.
Sonntag, 27. Januar 2008
Wie Paris versuchte, die schönste Stadt der Welt zu sein und ich beinah die Paris-Krankheit bekam
Gestern hing ich ein bisschen mit mir rum. Alina und Michael sind gestern nach Hause gefahren. Karina hatte Besuch von ihrem Freund. Ich bin mit Alina nach Paris gefahren. Dort hatte sie eine Mitfahrgelegenheit mit einem Typen, der jeden Tag von Paris nach Köln fährt. Damit sich bei Sebi die Nackenhaare hochstellen: Um die Zeit zu vertreiben, hat Alina uns einen Kaffee bei Starbucks gegönnt. (Das ist wahrscheinlich billiger als in allen Pariser Cafés. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sebi mir in Paris je einen Kaffee spendieren wird, bewegt sich gerade Richtung Null.)
Ich startete danach meine erste Pariser Sightseeing-Tour. Ich bin ja momentan noch als Touristin da, aber bald bin ich Wahlpariserin, schätz ich mal. Es ist wirklich zu schön. Ich hab mir zuerst die Opéra angesehen. Ich dachte schon, wow, toll!
Bis ich merkte, dass es sich bei der bestaunten Fassade lediglich um die Rückseite des Gebäudes handelte. Nach ein paar Boulevards, die, wie sich später herausstellte, zu den bedeutendsten Boulevards Paris zählen, gelangte ich zur Madeleine, einer Kirche, an der ich auch andächtig innehielt, weil Papa mich ja eigentlich Madeleine nennen wollte. Eine Luxusstraße weiter, die Rue Royal, kam ich direkt zum Place de la Concorde, wo ein 3000 Jahre alter Obelisk steht. Nebenan chillt der Eiffelturm. Man weiß echt nicht, wo man hingucken soll. Denn rechts geht es dann direkt auf die Champs Elysées und links, wo ich hinging, Le jardin des tuileries, den André Le Nôtre, der Gärtner von Louis XIV höchstpersönlich angelegt hat. Deshalb ist hier auch alles symmetrisch, sogar die Mülleimer! Lustwandelnd gelangt man direkt zum Louvre, wobei die Pyramide viel kleiner ist, als ich immer dachte, und daher natürlich nicht das ganze Museum nur in der Pyramide untergebracht ist, (was aber eigentlich bekannt ist).
Es war super Wetter und so konnte ich üben, schöne Fotos zu machen, u.a. auch, weil ich wie üblich wieder sämtliche Fotoapparate anderer Touristen in die Hand gedrückt bekam, um hässliche Fotos von ihnen und dem Eiffelturm, der viel zu weit weg war, zu schießen. An der Seine habe ich dann beschlossen, dass ich meinen Heiratsantrag mal unter dem Pont Neuf bekommen will, sonst sage ich Nein. Naja, das wollen sicher viele. Aber ist echt schön da.
Als ich zurück zum St. Lazare gelaufen bin (das ist mein neuer Neumarkt, weil ich mich da schon ein bisschen auskenne und jetzt sicher immer über St. Lazare fahren werde, egal, wo ich hinmuss), dachte ich dann schon, ich hätte die Paris-Krankheit. Ich hatte nämlich plötzlich das Gefühl, dass mich gleich einer der Pariser anschreien würde. Außerdem hat es mir gereicht mit der Schönheit, jedes Straßenschild mit noch mal drei Schnörkeln. Das tut irgendwann auch mal in den Augen weh! Lars würde Paris wahrscheinlich nicht schön finden, weil es zu sehr versucht, die schönste Stadt der Welt zu sein. Aber dann hatte ich doch keine Paris-Krankheit, denn mich hat gar niemand angeschrien und am nächsten Tag hab ich mich auch wieder aus dem Haus getraut. Deshalb musste mich niemand von der Deutschen Botschaft ausfliegen.
Ich startete danach meine erste Pariser Sightseeing-Tour. Ich bin ja momentan noch als Touristin da, aber bald bin ich Wahlpariserin, schätz ich mal. Es ist wirklich zu schön. Ich hab mir zuerst die Opéra angesehen. Ich dachte schon, wow, toll!
Als ich zurück zum St. Lazare gelaufen bin (das ist mein neuer Neumarkt, weil ich mich da schon ein bisschen auskenne und jetzt sicher immer über St. Lazare fahren werde, egal, wo ich hinmuss), dachte ich dann schon, ich hätte die Paris-Krankheit. Ich hatte nämlich plötzlich das Gefühl, dass mich gleich einer der Pariser anschreien würde. Außerdem hat es mir gereicht mit der Schönheit, jedes Straßenschild mit noch mal drei Schnörkeln. Das tut irgendwann auch mal in den Augen weh! Lars würde Paris wahrscheinlich nicht schön finden, weil es zu sehr versucht, die schönste Stadt der Welt zu sein. Aber dann hatte ich doch keine Paris-Krankheit, denn mich hat gar niemand angeschrien und am nächsten Tag hab ich mich auch wieder aus dem Haus getraut. Deshalb musste mich niemand von der Deutschen Botschaft ausfliegen.
Freitag, 25. Januar 2008
La bureaucratie en France
<= Dieses Foto wurde in einem ganz normalen Supermarkt geschossen (von dem Alina auch noch herausgefunden hat, dass er der billigere ist!)
Immerhin kann man ihn sich dann umsonst nach Hause liefern lassen. Damit werben hier alle Geschäfte. Auch so kleine Tante-Emma-Läden. Jetzt stelle ich mir immer vor, wie Lars sich dort eine Nuss kauft, in eine Tüte einpacken lässt und dann sagt, er möchte sie kostenlos nach Hause geliefert bekommen.
Aber ich hab das ja im Blut, eine großartige Schnäppchenjägerin zu sein. Das einzig "Teure" (2 €), was ich kaufen wollte, fromage de chèvre, hab ich dann doch noch im Regal vor der Kasse stehen gelassen. Ansonsten hab ich noch ein 16er-Pack Joghurt mit allen möglichen Sorten gekauft, weil ich das lustig fand und Crème des marones mit Vanillearoma, weil sich das so eklig anhört und man im Ausland ja auch mal was Neues ausprobieren will.
Heute hab ich außerdem eine Stunde in der Bank verbracht. Da ist ein Bankangestellter, Matthieu, der ein bisschen Deutsch kann und deshalb gerne Zeit mit uns verbringt. Alina und ich waren gestern schon mal da, wurden aber nochmal weggeschickt, weil er gestern nicht da war. Witzigerweise hat er dann Deutsch und ich Französisch geredet. Das war sicher unlogisch.
Stanford University Nadine-hat-immer-Pech-Studie: Die Kopie von Odiles (Vermieterin) Personalausweis, die ich in die Bank gebracht habe, war nicht in Ordnung. Also wollte Matthieu, dass ich das Original von Odile hole. Ich dachte mir schon, dass sie davon nicht begeistert sein würde, aber Odile ist dann so richtig französisch aufgebraust. Sie hat mich sofort geschnappt und ist mit mir zur Bank gegangen, wo sie dem armen kleinen Matthieu die Leviten gelesen hat. Odile sagt, so etwas wäre in 20 Jahren nicht passiert, seit sie Studenten unterbringen, dass die Kopie nicht genügt habe und man seinen Ausweis jemandem anderen geben sollte. Vor allem, da bei Alina vor zwei Wochen noch alles in Ordnung war.
Na ja, der Direktor entscheidet bis nächste Woche, ob ich ein Konto eröffnen darf oder nicht. Ich hab Odile auf dem Rückweg gefragt, ob es das Wort "bureaucratie" in Frankreich auch gibt.
Mittwoch, 23. Januar 2008
Aktives Busfahren
Bonjour!
Ich bin jetzt in Paris. Und ich mache eine dieser tollen Sachen, die man nur in so coolen Städten wie Paris machen kann. Im Internet rumsurfen und Cola zero trinken, die ich von meinen Vermietern geschenkt bekommen habe. Naja, zu Hause trinke ich wiklich nie Cola zero. Ich überlege gerade, dass es lustig wäre, wenn die Cola hier Cola nul heißen würde, weil "nul" auch "blöd" bedeutet.
Es wird einige überraschen, aber ich hab bei der Anreise recht wenig falsch gemacht. Es gab eigentlich nur einen kleineren Zwischenfall am Flughafen, da es inzwischen anscheinend zum Weltwissen gehört, dass man keine Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen darf ("vor allem nichts Cremiges, außer Philadelphia, das geht noch" Hä?). Ich hab jedenfalls mal wieder alle Aufmerksamkeit auf mich gezogen mit meinem Potpourri aus Shampoo, Spülung, Handcreme, Gesichtscreme, Medizin (und wer mich in letzter Zeit kennt, weiß, wovon ich spreche) Kontaktlinsenmittel und Bodylotion. Sogar in der Wimperntusche sollten angeblich Bomben versteckt sein. Da ich mal wieder sämtliches Mitleid des Flughafens auf mich zog, haben sie mich dann zurück zum Einchecken geschickt, wo die Eincheckerin auch noch meinen Rucksack eincheckte, obwohl mein Koffer eh schon haarscharf an der 20 Kilogrenze kratzte. Die waren echt sehr nett zu mir. Und dann bei der neuen Kontrolle kamen drei Mitarbeiter zu mir und fragten, ob es noch geklappt hätte. "Oh, gut!" sagten sie dann. Und dann kam noch mal die Durchsage, dass man keine Flüssigkeiten ins Handgepäck tun darf. Ich weiß aber nicht, ob das wegen mir war. Im Flugzeug hab ich mich diesmal etwas weniger aufgeregt als sonst. Ich hatte auch einen coolen Brief von Annika, in dem steht, dass Joey aus Dawsons Creek, Rachel aus Friends und Rory Gilmore alle nach Paris wollen. Stimmt. Und Carrie Bradshaw. Aber die findet es ja scheiße in Paris. Naja, trotzdem cool.
In Paris kamen auch, sobald ich auf den Stadtplan geguckt habe, charmante Franzosen, wie Sebi sagen würde, an und wollten mir helfen. Einer rannte sogar hilfesuchend in eine Bar, weil er selber meine Straße nicht kannte, obwohl ich ihn nicht mal gefragt hatte.
Alle sind nett, nur nicht die Busfahrer. Als ich an der Bushaltestelle stand, freute ich mich, als ein Bus zum Bahnhof St.Lazare kam, denn da musste ich hin. Er fuhr aber einfach an mir vorbei. Komisch, dachte ich, aber vielleicht gehört diese Linie ja gar nicht zu der Haltestelle, an der ich warte. Zum Glück kam fünf Minuten später der nächste Bus. Er rauschte aber schon wieder an mir vorbei. Beim nächsten Bus, der aber in die falsche Richtung fuhr, beobachtete ich dann die Pariser. Man muss sich mehr oder weniger vor den Bus werfen, damit er anhält. Aktives Busfahren nenne ich das. Bei meinem dritten Bus habe ich es auch geschafft, dass er anhält. Das war also das erste, was ich in Paris gelernt habe.
Ich bin jetzt in Paris. Und ich mache eine dieser tollen Sachen, die man nur in so coolen Städten wie Paris machen kann. Im Internet rumsurfen und Cola zero trinken, die ich von meinen Vermietern geschenkt bekommen habe. Naja, zu Hause trinke ich wiklich nie Cola zero. Ich überlege gerade, dass es lustig wäre, wenn die Cola hier Cola nul heißen würde, weil "nul" auch "blöd" bedeutet.
Es wird einige überraschen, aber ich hab bei der Anreise recht wenig falsch gemacht. Es gab eigentlich nur einen kleineren Zwischenfall am Flughafen, da es inzwischen anscheinend zum Weltwissen gehört, dass man keine Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen darf ("vor allem nichts Cremiges, außer Philadelphia, das geht noch" Hä?). Ich hab jedenfalls mal wieder alle Aufmerksamkeit auf mich gezogen mit meinem Potpourri aus Shampoo, Spülung, Handcreme, Gesichtscreme, Medizin (und wer mich in letzter Zeit kennt, weiß, wovon ich spreche) Kontaktlinsenmittel und Bodylotion. Sogar in der Wimperntusche sollten angeblich Bomben versteckt sein. Da ich mal wieder sämtliches Mitleid des Flughafens auf mich zog, haben sie mich dann zurück zum Einchecken geschickt, wo die Eincheckerin auch noch meinen Rucksack eincheckte, obwohl mein Koffer eh schon haarscharf an der 20 Kilogrenze kratzte. Die waren echt sehr nett zu mir. Und dann bei der neuen Kontrolle kamen drei Mitarbeiter zu mir und fragten, ob es noch geklappt hätte. "Oh, gut!" sagten sie dann. Und dann kam noch mal die Durchsage, dass man keine Flüssigkeiten ins Handgepäck tun darf. Ich weiß aber nicht, ob das wegen mir war. Im Flugzeug hab ich mich diesmal etwas weniger aufgeregt als sonst. Ich hatte auch einen coolen Brief von Annika, in dem steht, dass Joey aus Dawsons Creek, Rachel aus Friends und Rory Gilmore alle nach Paris wollen. Stimmt. Und Carrie Bradshaw. Aber die findet es ja scheiße in Paris. Naja, trotzdem cool.
In Paris kamen auch, sobald ich auf den Stadtplan geguckt habe, charmante Franzosen, wie Sebi sagen würde, an und wollten mir helfen. Einer rannte sogar hilfesuchend in eine Bar, weil er selber meine Straße nicht kannte, obwohl ich ihn nicht mal gefragt hatte.
Alle sind nett, nur nicht die Busfahrer. Als ich an der Bushaltestelle stand, freute ich mich, als ein Bus zum Bahnhof St.Lazare kam, denn da musste ich hin. Er fuhr aber einfach an mir vorbei. Komisch, dachte ich, aber vielleicht gehört diese Linie ja gar nicht zu der Haltestelle, an der ich warte. Zum Glück kam fünf Minuten später der nächste Bus. Er rauschte aber schon wieder an mir vorbei. Beim nächsten Bus, der aber in die falsche Richtung fuhr, beobachtete ich dann die Pariser. Man muss sich mehr oder weniger vor den Bus werfen, damit er anhält. Aktives Busfahren nenne ich das. Bei meinem dritten Bus habe ich es auch geschafft, dass er anhält. Das war also das erste, was ich in Paris gelernt habe.
Dienstag, 15. Januar 2008
Mein Leben ist eine 3, 508
Mesdames, messieurs, ein neuer Lebensabschnitt- ein neuer Blog, denn mein Leben macht mir mal wieder einen Strich durch die Rechnung.
Vor drei Jahren hab ich mir überlegt: Mein Leben ist einfach scheiße, ich sollte nach Paris gehen. Paris ist toll und wundervoll. Da wird bestimmt alles gut. Eigentlich wollte ich sofort hin, aber ich musste erst mein Abi schreiben. Ich beschloss, während meines Studiums unbedingt ein Semester dort zu verbringen.
Vor eineinhalb Jahren hab ich mir überlegt: Mein Leben ist einfach scheiße, ich sollte nach Paris gehen, weil es da ja so toll und wundervoll ist. Ich meldete mich also beim Erasmus-Programm meines Hauptfaches an, um in Paris Filmwissenschaft zu studieren. Heureka! Ich wollte sofort weg, leider betrug die Vorlaufzeit eineinhalb Jahre. Formalitäten.
Jetzt muss ich nach Paris. Und mir ist aufgefallen: Life is good, ich sollte in Köln bleiben. Hm, tja, danke Leben. Zum ersten Mal ist mein Leben eigentlich toll und wundervoll und ich hau ab.
Typisch, ich arbeite momentan ja auch noch an meiner großen Nadine-hat-einfach-immer-Pech Studie an der Stanford University. Ich hab 200 Mal gewürfelt in der Annahme, dass mein Durchschnitt bei etwa 2,1 liegen müsste. Stattdessen: 3,508. Was heißt das jetzt? Mein Leben ist durchschnittlich. Naja, dann geh ich jetzt halt mal nach Paris, denn alles ist besser als Durchschnitt.
Vor eineinhalb Jahren hab ich mir überlegt: Mein Leben ist einfach scheiße, ich sollte nach Paris gehen, weil es da ja so toll und wundervoll ist. Ich meldete mich also beim Erasmus-Programm meines Hauptfaches an, um in Paris Filmwissenschaft zu studieren. Heureka! Ich wollte sofort weg, leider betrug die Vorlaufzeit eineinhalb Jahre. Formalitäten.
Jetzt muss ich nach Paris. Und mir ist aufgefallen: Life is good, ich sollte in Köln bleiben. Hm, tja, danke Leben. Zum ersten Mal ist mein Leben eigentlich toll und wundervoll und ich hau ab.
Typisch, ich arbeite momentan ja auch noch an meiner großen Nadine-hat-einfach-immer-Pech Studie an der Stanford University. Ich hab 200 Mal gewürfelt in der Annahme, dass mein Durchschnitt bei etwa 2,1 liegen müsste. Stattdessen: 3,508. Was heißt das jetzt? Mein Leben ist durchschnittlich. Naja, dann geh ich jetzt halt mal nach Paris, denn alles ist besser als Durchschnitt.
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