Donnerstag, 22. Mai 2008

Gehobene Gesellschaft

Theater ist, wenn es nicht gerade scheiße ist, super. Besonders in Paris für unter 26 jährige, die für 10 € in jedes Stück dürfen. Auch in die Comédie des Champs-Elysées. Ein schönes rotgoldenes Theater mit Plüsch, mit Balkon und Operngläsern, wie man das so kennt und mit Platzzuweisung.
"Dîner entre amis" hieß unser Stück und bevor wir einfach so zu unseren Plätzen trampelten, fiel uns auf, dass man am Eingang des Saales warten musste, bis eine äußerst motivierte (schrecklich aufgescheuchte) Dame herbeieilte, um nach einem geübten Blick auf das Billet eine galante Handbewegung in Richtung der Reihe zu machen, auf die man soeben in Begriff war, zuzusteuern. Dann dackelte sie einem treu hinterher, ging sogar eine Reihe weiter vorne mit bis zu dem Platz, an dem wir uns niederlassen sollten. Als Mädels aus gutem Hause bedankten wir uns artig "Merci, merci" und Madame zog ab. Nachdem ich mich dann sowieso noch mal durch alle Sitznachbarn durchgedrängelt hatte, weil ich noch auf Klo musste und zurückgekehrt war, wies mich Alina dann darauf hin, dass man der eifrigen Platzzuweiserin fürs eifrige Platzzuweisen Geld geben musste. Und tatsächlich, ganz cool und unauffällig drückte der Dame jeder einen Silberling in die Hand, woraufhin sie so tat, als sei nichts geschehen.
Nun war mir auch klar, was die Anmerkung im Internet "Place offerte 1 €" bedeutet hatte, die Dame hingegen würde nach Ende der Vorstellung 4 Münzen zu wenig aus ihrem Beutelchen herauszählen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey, ihr habt das System geschlagen! :) Bei all der Unauffälligkeit darf Sie gar nichts gagegen tun, nichts zu bekommen. Hehe...